An die 100 Besucher:innen lauschten den beeindruckenden Ausführungen von Paul M. Zulehner am Mittwoch, dem 4. März 2026. Er betonte, dass eine „himmlischere Welt“ schlicht eine menschlichere Welt ist. Es geht nicht darum, Menschen aus der Welt in den Himmel zu retten, sondern den Himmel (Gerechtigkeit, Frieden, Liebe) bereits jetzt auf die Erde zu bringen.
Gut strukturiert wurden folgende Themen angesprochen:
• Our tumbling world (Unsere taumelnde Welt)
• Angst mehrt sich. Hoffnungsressourcen gehen aus. Politische Populisten und religiöse Fundamentalisten nützen die Angst
• Je bedrängter die Weltlage ist, umso mehr Hoffnung braucht die Welt. Können Religionen eine unter vielen Hoffnungsressourcen sein?
• Religionen sind (zu) oft Teil des Problems, statt der Lösung.
• Himmelsgeschenke an die Welt von heute.
Neugierig geworden? – Im „you tube“ Kanal der Pfarre Absdorf können Sie den ganzen Vortrag inklusive der Folien nachhören: https://www.youtube.com/watch?v=vdjRSxWz1JI
Es ist unter dem gleichen Titel auch ein großartiges Buch erschienen, das auf einer Langzeitstudie „Religion im Leben der Österreicher:innen 1970–2020“ basiert und diese reflektiert. Dabei stellt Zulehner fest, dass das Leben früher ein „Großunternehmen in öffentlicher Hand“ (traditionelle Bindungen) war, heute jedoch ein „Kleinstunternehmen in privater Hand“ ist, in dem jeder seine eigene kleine Wirklichkeit zimmert.
Auserlesene Daten werden nunmehr pastoraltheologisch reflektiert, um den Entscheidern in Gesellschaft und Kirche mögliche Konsequenzen vorzuschlagen. Mindestens ebenso wichtig ist es Zulehner aber, mit kirchenskeptischen suchenden Menschen, Agnostikern, Atheisierenden in einen empathischen Dialog zu treten. Es gilt, mit diesen friedvoll, gerecht und frei zusammenzuleben. Dabei kann es allein dadurch zu weltanschaulich aufgeladenen Konflikten kommen, weil die einen sich „sterblich“, die anderen aber „unsterblich“ fühlen.
Das prägt aber persönliche Lebenskultur ebenso wie gesellschaftspolitische Optionen.


